Elf x Fragezeichen

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Zu meiner Überraschung und Freude bekam ich vor einer Woche eine Nachricht von Mme Contraire, die mir im Rahmen des Liebster-Blog-Awards einen Stapel Fragen gestellt hat, die ich jetzt endlich und sehr gerne beantwortet habe.

Allerdings verzichte ich wie immer auf die Nominierung anderer Blogs

und springe gleich zu den Fragen und Antworten:

  1. Madame duzt, Madame siezt, Madame ist verwirrt. Wie halten Sie es mit Duzen und Siezen, was bedingt die jeweilige Anrede und was steckt letztendlich Ihrer Meinung nach hinter all dem Formalismus? Ich werde gern geduzt. Ich mag das, solange ich mich mit dem Gegenüber auf Augenhöhe befinde. Klar nutze ich das ‚Sie‘, wie wohl die meisten anderen Menschen auch, in allen eher ‚formellen‘ Situationen, schlichtweg, weil es so gehandhabt wird. Ich empfinde ein ‚Sie‘ oft als distanzierter, fremder, aber auch klarer. Wobei ich mich frage, ob das Wort und die Form, die ich nutze, dieses Gefühl auslösen oder die entsprechende innere Haltung, die ich dann habe. Wie wäre es, grundsätzlich immer beim ‚Du‘ zu sein? Funktioniert ja auch, wenn es alle tun. Siehe Skandinavien oder im englischen Sprachraum. Aber macht es wirklich einen Unterschied und wenn ja, welchen? Ich duze meist in Freizeitsituationen, im Café o.ä., recht selbstverständlich und häufig kommt es dann ebenso zurück. Wenn nicht, ist das kurz irritierend, aber letztendlich ist es mir auch nicht so wichtig. Ich empfinde das ‚Du‘ als angenehmer, wärmer, freundlicher, verbindender. Dennoch kann das auch mit einem ‚Sie‘ funktionieren. Ich sieze manchmal zum Vergnügen ;-). Ich glaube, dieser Formalismus ist genau das, was er ‚bedeutet‘: eine strukturelle Form, die Einfluss auf bestimmte Verhaltensweisen nimmt. Sehr ‚deutsch‘ und manchmal sehr förmlich, aber letzten Endes ist es vmtl. nicht die Sprache alleine, die unser Verhalten bestimmt …
  2. Wenn Sie zurückschauen auf Ihren ersten Blogeintrag, sich Ihre ursprüngliche Intention vor Augen halten, weshalb Sie ein Blog gestartet haben: Haben sich Ihre Ziele im Laufe der Zeit verändert? Haben Sie erreicht, was Sie ursprünglich beabsichtigt haben mit Ihrer Blogidee?
    Hmmm …. also ganz ursprünglich wollte ich eigentlich ’nur‘ lernen, wie ich eine Webseite aufbauen kann, was ich beachten muss und wo ich meine ersten ‚Anfängerfehler‘ mache. Da ich aus beruflichen Gründen ebenfalls eine Webseite brauchte und keine Lust hatte, bei dem ‚ernsteren‘ Anspruch meine ganzen ersten Erst-Erfahrungen zu machen. Ausserdem faszinierte mich das Thema ‚Bloggen‘ schon länger. Da dachte ich, ach, mach ich doch einfach auch mal einen Blog und schreibe ein wenig. Und vielleicht ein paar Fotos ….. ähm ja. Nach kurzer Zeit verwandelte sich das a) in Blog-Begeisterung und b) in Fotografier-Begeisterung und c) stellte ich fest, dass sich meine Wahrnehmung entsprechend veränderte und ich ganz hervorragend meine damalige Konzentration auf vorwiegend Inneres mal ganz ausgiebig auf Äußeres richten konnte. Und das war sehr erholsam, verschaffte mir gute Laune und gleichzeitig neues ‚Futter‘. Sehr spannend. Inzwischen fotografiere ich viel mehr, sauge mir dann und wann ein paar Worte dazu aus den Fingern, mit denen ich selten zufrieden bin und freue mich über meinem kleinen Blog und vor allem an meinen Followern 😉 Und bei der Erstellung meiner anderen Webseite hatte ich kaum Schwierigkeiten. Meine Idee ist also gleich mehrfach aufgegangen …
  3. Waren Sie schon einmal gedanklich soweit, Ihren Blog wieder zu schließen? Welche Tiefen sind Ihnen als Blogger schon begegnet?
    Ehrlich gesagt: nein. Es gibt immer mal Phasen, in denen ich weniger Zeit und Raum zum Fotografieren habe, weniger Zeit finde, die Fotos zu bearbeiten und zu sortieren und es dann manchmal etwas mühsam finde, wieder zu überlegen, welche ich jetzt zusammen stellen soll, sie hoch zu laden und … dann stellt sich meistens recht schnell doch wieder ein gewisses Flow-Erleben ein und dann freue ich mich über Rückmeldungen und ja, dann geht es eben weiter … Bald habe ich ‚Einjähriges‘.
  4. Und welche Höhen haben Sie in Ihrem Bloggerleben bereits erlebt? Ein besonders denkwürdiges Blogereignis?
    Höhen …. hmmm …. also am tollsten sind Momente, in denen persönlicher Austausch stattfindet, und mich ‚fast‘ vergessen lässt, dass die Kommunikation ja quasi öffentlich stattfindet, weil ich mich mit irgendeinem/r Follower/in in eine Art ‚Gespräch‘ verwickle. Das sind Situationen, die mich immer wieder freuen und staunen lassen, wie sehr sich doch darüber das Gefühl eines Gegenübers einstellt. Obwohl ich die wenigsten Blogger wirklich ‚real‘ kenne. Aber was ist schon real? 😀 Auch der kleine Teil von einem, der sich hier preisgibt, ist ja ein Teil von einem … so what?! Ja, da habe ich schon einige sehr lustige und schöne Momente erlebt. Eindrücklich finde ich, dann und wann zu lesen, wie andere Blogger meinen Blog auf ihren eigenen Seiten beschreiben. Wow, da war ich schon das ein oder andere Mal sehr berührt. Und es gab sogar die Situation, wo aus der Blogosphäre etwas in die ‚reale‘ Welt heraus trat. Aus einem Scherz heraus. Das steht auf meiner Fensterbank und wartet darauf, bald genutzt zu werden, um meine Welt noch ein wenig bunter zu machen 😉 Alles tolle Momente. Und wenn Fotos, die mir selbst gut gefallen, sich zu einem runden Post zusammen fügen, in denen sie nochmal ganz anders zur Geltung kommen und dann kommt positive Rückmeldung: das ist schon auch sehr schön! ‚Negative‘ oder in diesem Sinne ‚denkwürdige‘ Erlebnisse rund um meinen Blog habe ich noch nicht gehabt. Ausser, dass Nicht-Blogger nicht immer nachvollziehen können, was am Bloggen so dran sein soll 😀
  5. Wenn Sie anonym bloggen: Lassen Sie Menschen aus Ihrem realen Umfeld in den Genuss Ihres Blogs kommen? Warum nicht? Ich blogge zwar quasi anonym, aber nur, damit mein Name nicht andauernd im Netz herum wabert und man alles gleich zuordnen kann. Mein Name steht im Impressum, also wer will, findet ihn auch. Aber ansonsten taucht er nicht auf. Ja, meinen Blog kennen auch Menschen aus meinem realen Umfeld, warum auch nicht? Und der eine folgt und den anderen interessiert es nach einmaligem Gucken nicht besonders. So ist es ja sonst auch … Wer möchte, kann einen kleinen Teil meines Netz-Lebens mit begleiten … 😉 und erfährt so ein wenig mehr von dem, was mich auch bewegt und beschäftigt.
  6. Haben Sie sich schon einmal gewünscht, einen Blogbeitrag nie veröffentlicht zu haben?
    Nicht, dass ich mich erinnern würde 😉
  7. Wie viele unveröffentlichte Beiträge liegen noch in Bearbeitung, wie viele davon werden es voraussichtlich zur Veröffentlichung schaffen? Im Moment keiner, aber es liegen diverse Fotos in der Bearbeitungswartschleife …. kommt Zeit, kommt Beitrag …
  8. Inspiration, Technik, Ritual, Zeiteinteilung. Wie schreiben Sie?
    Einfach drauf los. Ich entscheide mich aus irgendwelchen Gründen für bestimmte Fotos, entweder, weil sie am Tag oder aus einer aktuellen Idee heraus entstanden sind, weil sie eine bestimmte Stimmung oder Atmosphäre wieder spiegeln oder wie auch immer. Ich setze sie untereinander, trenne das erste vom zweiten durch die Trennlinie, entscheide mich gefühlsmässig und je nach Stimmung für eine bestimmte Reihenfolge (das ist meist recht intuitiv, evtl. bestimmt durch Farben, Formen, Strukturen oder manchmal durch eine Art innere Erzählung, die ich niemals so rüber bringen könnte, wie sie in mir vorhanden ist, ABER ….vielleicht erzählen die Bilder diese Geschichte dann ja einfach für mich 😉 ) und schreibe je nach Laune mehr oder weniger dazu, lasse es einen Moment sacken und DANN drück ich auf Publizieren (und freue mich jedes Mal, weil ‚Publizieren‘ ist ein tolles Wort :D, das müsst ihr euch mal ganz langsam über die Zunge laufen lassen … ). Ja, dann kommen die Bilder noch in die Galerie und ich beschrifte sie und meistens denke ich dann kurz: ich sollte die Bilder im Post einfach Genau SO beschriften und dann ist gut. 😉 Ja, und dann warte ich (heimlich) und freue mich diebisch, wenn es jemandem gefällt und – zugegeben – wenn jemand einen Kommentar abgibt. Sehr schön.
  9. Mögen Sie Kuchen?
    Kuchen: JA, am liebsten Obst mit Streuseln und Puderzucker :D. Torten: NEIN!
  10. Wie lautet die Frage, die Sie schon immer einmal gerne gestellt bekämen? Sie dürfen Ihre Antwort darauf natürlich gleich mitliefern, wenn Sie möchten. Darüber denke ich jetzt schon ein paar Tage nach. Hmmm … also, klar gibt es gewisse Fragen, von denen ich manchmal denke: WARUM stellt sie mir eigentlich nie jemand?? Aber die gehören hier nicht hin. Ich werde überhaupt gern irgendetwas persönlich gefragt, weil ich dann nachdenken muss und sortieren und überlegen und differenzieren und mich ausdrücken, manchmal kann ich auch nicht ‚vernünftig’antworten oder will nicht, aber Fragen finde ich trotzdem gut 😀 Also, hmm … eine unverfängliche Frage könnte sein: Warum isst du deinen Kuchen eigentlich immer von hinten? Darauf würde ich wahrscheinlich antworten: WEIL mir die Spitze am besten schmeckt, weil ich mir das Beste gern für den Schluss aufbewahre, weil ich den Rand einfach gerne zuerst esse, weil ich mich vor vielen Jahren einmal gefragt habe, warum eigentlich alle Leute Kuchen auf die gleiche Art essen und wer bestimmt hat, dass man die tolle Spitze zuerst aufessen soll??? Daraufhin habe ich den Kuchen umgedreht und daran hat sich bis heute nichts geändert. (Wobei ich schon manchmal dachte, ich könnte das mal variieren, damit es nicht so neurotisch wirkt :D)

So, das war es für heute. Ganz schön lange Geschichte ist es diesmal geworden ….

Das lag vermutlich an den interessanten Fragen, zu denen mir so viel eingefallen ist:

vielen Dank, liebe Mme Contraire!!

Ich hoffe, Ihr habt Spaß beim Lesen.

*

11 Kommentare zu „Elf x Fragezeichen

  1. Und ob ich Spaß beim Lesen hatte! Vielen lieben Dank, dass du dich meinen Fragen gewidmet hast. Die Antworten waren toll zu lesen, ich freue mich, dass ich, dass wir ein wenig mehr von dir erfahren durften. Und die selbsgestellte Frage nach der präferierten Kuchenverzehrart finde ich sehr gelungen und amüsant!
    Bis bald und liebe Grüße
    Mme C.

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    1. Das freut mich sehr!! 😉 Ich habs gern getan. Das waren so Fragen, über die ich ein paar Tage nachgedacht habe und zu denen mir immer noch mehr eingefallen wäre, selbst heute morgen dachte ich noch, ach ….
      Na, aber so ists erstmal gut. 😉 Muss mir ja noch ein paar Geheimnisse für später aufbewahren 😀
      Liebe Grüße und einen sonnigen Tag wünsche ich!!

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    1. 😉 ‚wo die Neurosen wachsen, will ich Landschaftsgärtner sein …‘ (Sven Regener) und jaaaa, bis jetzt drehe ich selbst bei gutem Vorsatz, einfach mal so wie alle und unhinterfragend meinen Kuchen zu essen, den Teller immer wieder um, also keine Sorge 😀 …
      Danke fürs Lesen, freut mich sehr, wenn es Spaß macht!!

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      1. Schönes Zitat von Sven Regner!
        War wirklich ein feine Freude die Antworten zu lesen, hätten wegen mir noch 11 x 11 Fragen mehr sein können…ich hätte weitergelesen, mit kleinen Pausen dazwischen… Liebe Grüße dir, Marion

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