Gut verschlossen

Container 2

 Es gibt Dinge, die bewahrt man für eine Zeit lang am besten in verschlossenen Behältern auf.

Zum Beispiel in einem Container.

Stabil, schwer, unumstößlich, in Hamburg reichlich vorhanden

und, einmal verschlossen, schwer zu öffnen.

Das, was drin ist, kommt nicht raus und von draußen kommt nur ran,

wer einen Schlüssel hat.

Man könnte es auch an einen anderen Ort transportieren,

kann es aber auch einfach eine Weile so da stehen lassen.

Gut verpackt, immer in Sichtweite, aber eben: weg und verschlossen!

Es gibt Dinge, die brauchen für eine Zeit lang regelrecht ein Vorhängeschloss.

Doppelt und dreifach gesichert.

Sonst kommen sie nämlich raus und randalieren.

Und manchmal sollen sie es einfach (noch) nicht.

Punktum. Klappe zu, Schloss vor, Angelegenheit ruhig.

Fertig.

Abgerissen

Freundschaftsbändchen

Verschlusssache

Verschlossen

Scharnier

Kleberest

Rostwand

Gestreift

So einfach ist das.

Für eine Weile.

***

22 comments on “Gut verschlossen

  1. Nahaufnahmen finde ich immer wieder reizvoll. So manch einer schaut sich den Container an und schon ist der Blick wieder weg, was für eine Verschwendung. Allerdings hätte ich unter deinem Text jetzt z.B. mit einer Affenhorde oder so gerechnet, aber du hast es wirklich ernst gemeint. Schluss, aus, zu. Finster.
    Das letzte Bild find ich am schönsten. Liebe Grüße in den Norden.

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    • Ich mein es meistens ernst. 😀 Also, zumindest für den Moment.
      Wie kommst du auf eine Affenhorde?? Interessante Assoziation.
      Hmm … manchmal ist es vielleicht auch gut, wenn die Affenhorde noch für eine Weile weg gesperrt bleibt. 🙂

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    • 🙂 Danke dir. Freut mich.
      Meistens ist das bei mir tatsächlich umgekehrt. Ich finde irgendein Motiv, was meine Neugier weckt und dann erst kommen die Worte dazu, weil gerade diese Motive bestimmte Assoziationen wach rufen.
      Ich habe es inzwischen auch mal versucht, zuerst das Wort und dann die Motive zu suchen, ging auch, fand ich aber tatsächlich schwieriger … ich werde beides einfach weiter üben. 😉

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  2. Die Bilder finde ich große Klasse; der Text bringt mich ins Grübeln; aber die Bilder finde ich große Klasse (!), vor allem das vorletzte und das vorvorletzte mit ihren interessanten Strukturen und ansprechenden Komposition.

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    • Danke dir! 😉 Das freut mich sehr!!
      Ja, der Text … grüble nicht zuviel, es sind immer meine eigenen (oft sehr) spontanen Assoziationen, die mir zu den Bildern passend durch den Kopf gehen. Hier geht es im Ansatz nur darum, dass es für mich manchmal hilfreich ist, manche Probleme oder Gedanken erstmal gut sichtbar zu verpacken (nicht zu verdrängen) und weg zu schließen, bis der Zeitpunkt da ist, an dem ich die Randale vertragen kann. 🙂

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    • Genau. Manchmal ist man für die Gedankenrandale einfach noch nicht bereit, hat nicht genug Kraft oder noch nicht den richtigen Standpunkt. Solange hilft es (manchmal), die Dinge eine Weile gut zu verschließen, sie aber in Sichtweite zu halten. Sie sollen ja nicht verdrängt werden, dann randalieren sie im Untergrund, das bringt längerfristig ja nichts. Aber sich Zeit geben und manchmal eben warten, bis der rechte Zeitpunkt da ist, auch um sich selbst zu schützen. Das ist, glaube ich, eine ganz gute Sache. (Und ich kenne es sogar auch, dass Dinge im dreifach verschlossenen Container trotzdem so laut rum poltern, dass es schwer ist, die Aufmerksamkeit auf andere Dinge zu lenken. Dann braucht es vor dem Container noch eine Schranke!! :D)
      Danke für deinen Kommentar! 🙂

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  3. Siehst du, jetzt habe ich die Box doch noch öffnen können. 🙂
    Ganz, ganz tolle Serie. Echt wunderbar, dass du so diszipliniert bei den Details geblieben bist. Das macht die ganze Geschichte, zusammen mit dem Text, echt spannend. Ich glaube jeder andere wäre an dem Container einfach nur vorbeigelatscht, aber deine Detailaufnahmen geben dem Container echt eine Art Persönlichkeit die einen auf spannende Art sein Wesen ergründen lässt.

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    • 🙂 Ich freu mich!! Danke dir. Ja, mein Freund, der Container, der hat mir Spaß gemacht.
      Schön, wenn man das erkennen kann. Und meine Assoziationen flossen nur so dazu, passt gerade ganz gut. Lustig ist das schon. Ich hatte nach meinen ganzen Schnee-Idylle-Bildern überlegt, was darauf folgen soll, gar nicht einfach. Und ich mag so gerne Brüche. Erst die Idylle, dann das abgeblätterte, rostige, verschmutzte Metall :D.
      Ohnehin macht es Spaß, aus solchen scheinbar alltäglichen, zunächst gar nicht fotogen erscheinenden Dingen etwas heraus Interessantes heraus zu kitzeln. Herausforderung.

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      • Das finde ich ja klasse. Einfach losziehen und dann aus dem Moment eine so tolle Idee entwickeln. Ist mir auch schon mal passiert, dass ich losgezogen bin und eigentlich was ganz anderes aufnehmen wollte und sich dann ganz spontan eine neue Idee entwickelt hat, die auch sofort als Serie umgesetzt wurde. Ein schönes Gefühl.

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      • 🙂 So gefällt es mir eigentlich fast am besten. Die Ideen kommen, wenn ich losgehe und mich umsehe. Nicht immer, aber oft. Aus dem Moment heraus, manchmal in Kombination mit ein paar wilden Assoziationen.
        Wenn es funktioniert, dann ist das eine tolle Sache. Meistens verschafft es mir dann richtig gute Stimmung. Schön ist es, wenn das dann auch gut ankommt. 🙂

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      • Ich glaube die Stimmung spürt man auch. Die Serie hat einen schönen Fluß, das kommt sehr gut rüber. Ich habe bei mir auch manchmal das Gefühl, dass ich denke „das merkt man bestimmt, das meine Serie mit der heissen Nadel gestrickt ist.“ wenn ich nicht ganz zufrieden mit einer Serie bin. Kann aber auch gut sein, dass man es gar nicht merkt. 🙂

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      • Ich würd mal sagen: man merkt es nicht! 🙂
        Man selbst steckt ja meist mehr Gedankenschmalz in seine Beiträge als der Betrachter. Und der sieht vielleicht noch anderes darin.
        Ich kenne aber das Gefühl, geht mir auch manchmal so. Schön, wenn es hier offenbar schön flüssig erscheint…

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  4. 🙂 Mit dem ‚flüssig‘ kommt auch ein Gefühl rüber, dass du dich auch echt damit beschäftigt hast. Manche unfertige Serie bei mir besteht manchmal einigen ganz netten Totalen und vielleicht ein/zwei Details. Dann ärgert es mich warum ich nicht mehr Details aufgenommen habe, die jetzt prima in die Geschichte passen würden.

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    • 😀 ja, schön, wenn das so rüberkommt. Freut mich natürlich, täuscht aber darüber hinweg, dass meine Serien auch nicht immer ganz rund für mich sind. Ich schieße nur meistens in einer Situation einen Haufen Bilder, die sich dann zusammen basteln lassen unter einem Thema, was mir manchmal auch erst später kommt. Manchmal muss ich aber genauso wie du suchen, wie ich sie zusammen setze und es kommt auch bei mir vor, dass mir dann auch entsprechendes eigentlich fehlt. Aber so ist das nunmal, wir sind ja keine Maschinen, die perfekt den Auftritt vorbereiten 🙂
      Schön, wenn andere trotzdem Freude haben und ihrerseits etwas aus dem ‚Geschaffenen‘ ziehen. Außenwahrnehmung und Innenwahrnehmung sind häufig recht unterschiedlich. 🙂

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      • Es macht auch Spaß aus einzelne Bildern eine Serie zu erstellen. Für mein Patenkind mache ich zum Geburtstag immer ein Fotobuch von den Ausflügen, die wir gemacht haben. Die Geschichte, begleitet vom gereimten Text, entsteht dann meistens erst später. Natürlich werden auch Fotos bewusst gemacht, weil man mit ihnen schön Eck- und Wendepunkte darstellen kann. Ist aber ein schönes arbeiten. So ganz anders als eine durchdachte Session, obwohl die im Vorfeld auch nur durch mögliche wichtige Punkte vorbereitet wird, was auch schön ist. Ist aber auch gar nicht so wichtig wie gearbeitet wird. Wenn man nachher zufrieden ist und obendrauf noch ein nettes Feedback kommt… …mal wieder alles richtig gemacht! 😀 😀 😀

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      • 🙂 Genauso ist es. Das eigene Gefühl zu dem, was man getan und entwickelt hat, sowie ein gutes Feedback sind absolut motivierend. man bekommt durch das Tun etwas zurück. Sehr wertvoll.
        Dein Patenkind wird sich sicher sehr gern oft an die gemeinsames Aktivitäten erinnern, wenn sie so schön aufbereitet worden sind. 🙂

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