Ein Interview

Schiff, Mann, Fluss

Aus der Ferne wurden schon vor einer Weile elf Fragen an mich heran getragen,

über einen Blog, dem ich sehr gerne folge:

mynycphotography.

Ich habe mich gefreut und bedanke mich an dieser Stelle noch einmal.

Aber nun wird es Zeit, diese Fragen auch endlich zu beantworten und in die Ferne zu transportieren.

Wie immer verzichte ich darauf, andere Blogs zu nominieren und kümmere mich einfach nur um meine deutschen Antworten auf die mir gestellten englischen Fragen,

die sich diesmal spezieller um das Thema Fotografie drehen.

Auf gehts!

Schilder-Fotograf

1. Why did you start your blog?

Ich wollte meinen Fokus verändern. Raus nach draußen und mir beweisen, wieviel es in meiner Welt (schönes) zu sehen gibt!! Momente einfangen, Augenblicke, Dinge, die das Leben/MEIN Leben bunt und einzigartig machen.

2. How long have you been blogging?

Etwas über ein Jahr, seit September 2014.

3. How long have been taking pictures?

Fotos geknipst habe ich schon seit meiner Jugend. Aber das nenne ich wirklich ‚knipsen‘. Bevor ich mit meinem Blog begann, hatte ich gar keine Kamera mehr. Die ersten Bilder auf meinem Blog habe ich mit dem Handy geschossen, ich habe verschiedene Foto-Apps ausprobiert, mit Farbe und leichten Bearbeitungen experimentiert. Sehr schnell habe ich jedoch gemerkt, wie gern ich eine Kamera haben will. Seit Anfang diesen Jahres fotografiere ich jetzt mit einer Panasonic Lumix FZ200 und freue mich über alle Möglichkeiten, die ich gemeinsam mit ihr entdecke und die noch längst nicht ausgereizt sind.

4. What is your favorite picture that you shot yourself? 

Da ich mit fast allen meinen Bildern etwas verbinde, eine Stimmung, einen Moment, eine Phase, hmm… fällt mir eine Auswahl echt schwer … ich denke, diese Sieben zählen auf jeden Fall zu meinen Favoriten, aber ach …. es gäbe noch mehr, über die ich mich persönlich freue, dass sie mir gelungen sind.

 

5. What is your favorite picture by somebody else? 

Hmm … das ist gar nicht so leicht. Ich verfolge so viele Blogs, auf denen fantastische Fotos zu sehen sind, es gibt unendlich viele Fotografen, die wunderbare Bilder machen. Ich kann meine Begeisterung nicht auf ein einziges Bild reduzieren. Es gefällt mir, immer neue Bilder zu entdecken, zu versuchen, zu verstehen, was den Fotografen angetrieben hat, genau dieses Motiv genau so zu fotografieren. Was wollte er, was war ihm wichtig, was wollte er einfangen, ausdrücken, was für eine Stimmung festhalten, bei mir erzeugen und welche taucht tatsächlich auf? Das finde ich außerordentlich spannend. Immer wieder neu. Immer wieder anders. Es gibt aber natürlich Bilder, die haften bleiben, die mich irgendwie auf eine Art so berühren, dass sie immer mal wieder vor meinem inneren Auge auftauchen. Eins dieser für mich besonderen Bilder ist ganz eindeutig dieses:

kuba-music-02

Dieses wunderbare Bild, dieser Moment, eingefangen von Markus, fasziniert mich. Aus diesem einen Augenblick, dieser Sekunde, in der das Bild entstand, sprüht Lebensfreude, Intensität, Zuneigung und Bewegung, Nähe, Wärme und Lebendigkeit. Ich bin begeistert. Ich habe es irgendwann beim Stöbern auf seinem Blog (pointblankphoto) gefunden, es gefiel mir gleich. Aber erst viel später habe ich gemerkt, dass ich es im Stillen mit mir herum trage und dass es manchmal auftaucht. Dann schleiche ich mich auf seinen Blog und gucke es mir an :D. Es ist nahezu perfekt. Für mich. Und ich denke, damit gehört es auf jeden Fall in diese Antwort hinein. Ein besonderer Dank geht an Markus für dieses Bild und dass ich es hier in meinen Post stellen darf!!

6. Can you describe your photography stile?

Momentverhaftet, klar, direkt, wenn es geht, nah dran, Stimmungen-einfangend, stimmungs-gesteuert, nicht festgelegt, einfach drauflos. Ein Versuch, den Dingen einen Platz, ihnen Aufmerksamkeit zu geben und etwas aus dem Motiv hervor zu holen, was ich in ihm sehe.

7. Do you have a favorite object that you like to shoot?

Lost Places. Und: wenn ich ehrlich bin, denke ich neuerdings: Menschen!! Aber keine Models und nicht Shooting-mäßig. Am liebsten auf der Straße. Eher aus der Beobachtung, nicht gestellt. Oder ganz spontan. Aber das braucht viel Übung und Mut. Hab ich beides dafür (noch) nicht. Könnte eventuell ein Fernziel werden? Das arbeitet noch in mir.

8. Besides camera and lens, what accessory do you use most often?

Mein Handy, meinen Rechner, einen Stift und ein Notizbuch.

9. Is there a photography skill that you wish you were better at?

Ich würde gern noch viel besser mit verschiedenen Blendeneinstellungen arbeiten können. Oder auch mal mit verschiedenen Objektiven, z.B. einem Makro arbeiten, dafür bräuchte ich aber eine andere Kamera. Insofern …. Zukunftsmusik.

10. How do you try to improve your skills?

Nach dem Versuch-Irrtum-Prinzip :D, dann und wann lass ich mir mal was erklären, aber meistens vergesse ich das aufgrund der vielen Fachbegriffe schnell wieder …. Ich muss die Sachen einfach ausprobieren. Manchmal hilft ein kleiner Tipp, eine kurze(!!) einfache Erklärung und dann bin ich ein Schrittchen weiter in meinen Möglichkeiten. Lange Erklärungen voller technischer Begrifflichkeiten bringen mir leider gar nichts.

11. Do you prefer color or black and white photography?

Ich mag beides. Manche Bilder wirken in s/w einfach viel mehr/besser/stärker, sind intensiver oder unterstreichen eine Stimmung, andere wiederum sind besonders in Farbe richtig gut. Ich nutze beide Möglichkeiten gerne.

***

So, das wars.

Vielen Dank und einen lieben Gruß nach NY!

22 Kommentare zu „Ein Interview

  1. Die Fragen gefielen mir sehr gut, das bringt alles ein Stückchen weiter. Finde ich. Denn es ist ja die Fotografie, die uns alle verbindet. Und natürlich danke für deine Antworten und die Bilder, die du zeigst. Finde ich noch ein Stück persönlicher und ehrlicher als die Antworten auf die Fragen, die man normalerweise so bekommt.
    Und auch das mit den „Menschen“ kann ich gut verstehen, als Streetfotografie, wie z.B. bei https://obblogato.wordpress.com/ ? Die Bilder finde ich immer wieder gut, so einfach, nah und direkt. Und doch so schwer zu machen, … für mich.
    Grüße

    Gefällt mir

    1. Danke dir. Mir haben die Fragen auch gut gefallen, weil sie konkret das Thema Fotografie betrafen. Das ist ja tatsächlich mein Schwerpunkt hier.
      Und wer fragt sonst schon so genau nach, wenn, warum, wie, was, wieso, wohin ich fotografiere??? Das ist schon cool, darüber nach zu denken und mal in Worte zu fassen. Toll.
      Dass ich gerne Menschen fotografiere, fällt mir eigentlich erst jetzt so langsam auf. Ich habe immer schon gerne Leute beobachtet, es gibt eigentlich unendlich viele kleine Momente, in denen es sich lohnen würde, sofort die Kamera zu zücken, um das Leben zu dokumentieren, aber ja, wie gesagt, ich finde das schwer. Vor allem, wenn ich das dann gern noch veröffentlichen möchte …. Die Hürde, die Leute anzusprechen bringt ja zweierlei mit sich: erstens muss ich das tun (fremde Menschen anquatschen und sie fragen, ob ich sie fotografieren darf) und zweitens zerstöre ich den spontanen Moment. Danach ist es eine doppelte Kunst und Herausforderung, einen natürlichen Moment einzufangen. Hmmm…
      Bei Kuhnograph gabs neulich irgendwo einen Link zu einer Frau, die ein Projekt gemacht hat: 101 Menschen. Auf der Straße die Leute spontan angesprochen, zack, ein Foto (oder 2) und dann danke, tschüß und weiter. Sie hat beschrieben, wie sie vorgegangen ist und wie sich das entwickelt hat. Das fand ich super!
      Gibt eben Leute, denen das gelingt. Oder die machen das irgendwie anders, keine Ahnung. Und einfach draufhalten finde ich eben auch schwer. Hab ich schon gemacht, bin da aber zögerlich und meist behalte ich die Bilder dann für mich.
      Und den Blog, den du nennst, kenne ich auch. Ein tägliches Vergnügen 🙂
      Lieben Morgengruß!

      Gefällt 1 Person

      1. Wobei ich das Leute anquatschen nicht so reizvoll finde, wenn ich das üben möchte, könnte ich im Freundes- und Bekanntenkreis beginnen, sicher in Technik und Ausdruck werden und dann fremde mit einbeziehen. Reizvoller finde ich die „normale“ Streetfotografie, in dem der Moment der Erkenntnis nicht im Foto zu sehen ist, unberührt sozusagen. Aber das hat natürlich was von anschleichen, beobachten, überraschen, sich aufdrängen. Gerade weil ich das nicht mit dem Tele sondern eher nahe dran probieren möchte. In den USA ist das auch erlaubt und legal, auch die Veröffentlichung der Bilder. Bei uns benötigt man dann die Einverständniserklärung, das spricht gegen Blog-Veröffentlichung und deswegen gibt es hier auch keine/so wenig Street-Blogs.
        Cheers (normaler Gruß in den USA habe ich mir von milfordstreet erklären lassen).

        Gefällt mir

      2. Cheers klingt eher so, als hättest du mir heute mittag einen Whiskey angeboten 😀 Aber ok. Warum nicht?
        Ja, aber so ähnlich meinte ich das, wie du das beschreibst. Ich finde das Anquatschen irgendwie a) etwas unangenehm und b) killt es tatsächlich den Moment, das, was mich eigentlich beeindruckt gerade. Der ‚freie‘ Moment, in dem die Person eben nicht merkt oder damit rechnet, fotografiert zu werden. Ich würde sogar mit Tele arbeiten, dann kann man sich ja nah an die Leute heran ziehen. Aber selbst wenn ich das mal versucht hab, ohne Veröffentlichungsabsicht, ich kam mir immer vor wie so’n Spanner. Dabei würde ich gern das festhalten, was ich an der Person und/oder der Situation in dem Moment interessant finde. Neulich hab ich ein tolles Foto von einem Straßenmusiker gemacht, bin ganz stolz, aber … ja, kann ich ja schlecht einfach veröffentlichen. Der Arme (oder Glückliche, je nachdem) weiß ja nix von seinem Glück 😀 Dani würde er vielleicht berühmt werden … kleiner Scherz.
        Das Leute anquatschen ist dann die Alternative, die ich etwas seltsam finde. Aber das liegt an mir. Es gibt offenbar Menschen, die tun es einfach und bekommen dadurch große Fotos hin. Super. 🙂
        Prost dann!

        Gefällt 1 Person

      3. Eine Möglichkeit sich dem Thema zu näheren, wäre auch ein Fotoworkshop, erstmal die Technik lernen, dann in der Horde raus. In der Gruppe ist man enthemmter, außerdem kann man die unverfrorenen Mitfotografen beobachten wie sie Leute nerven, und dann aus dem Hintergrund sein eigenes Foto machen. So in Peking geschehen. 🙂

        Gefällt mir

  2. schöne antworten und ein interessantes bild, das du ausgewählt hast! deine lieblingsbilder finde ich auch toll – ich finde auch, dass sie in der galerie gut deinen „stil“ beschreiben! meine favoriten davon: das erste und das letzte 🙂 ich liebe das viele weiß.

    Gefällt mir

    1. 🙂 danke, meine Liebe. Das Bild hat’s irgendwie geschafft 😀 Hat er gut gemacht, der Markus! Ich freu mich dauernd drüber.
      Danke auch für deinen Comment zu meinen ausgewählten eigenen Bildern, denn an dieser Galerie hab ich ziemlich lange gesessen, bis ich so das Gefühl hatte, mit ein paar Bildern so einen Einblick in meine Arbeit zu geben. Gar nicht so leicht, das so zu reduzieren. Freut mich, wenn es passend wirkt.
      Und dass dir diese beiden Bilder gut gefallen, versteh ich (prahl), sie gefallen mir auch besonders und ich bin immer noch ein wenig erstaunt, dass sie von mir sind. Das eine hängt an meiner Wand …

      Gefällt 1 Person

      1. 🙂 das finde ich super!
        und weißt du, was ich an der fotografie so toll finde? sie ermöglicht einem, dinge zu schaffen, von denen man nie dachte, dass man das kann und die einen einfach mal sagen lassen: ich hab das gut gemacht 🙂

        Gefällt mir

      2. 😀 Ja, das stimmt. Wenn man dann staunenden Auges vor dem Bild steht (oder ich hab neulich Postkarten drucken lassen und dachte: geil, sind die von mir?????? :D) und sich wundert, dann hat man so ein echtes Beweisstück dafür, dass man irgendwo in sich eben doch diese schöne Fähigkeit hat. Kann man sich ruhig mal freuen über sich und sich puschen lassen!! 🙂

        Gefällt 1 Person

  3. *knet*

    Liebe Andrea,

    herzlichen Glückwunsch zu deinem verdienten Award!!! Es ist schön zu sehen und zu lesen wie du auf deine ehrliche Art eine wunderschöne Antwort auf die Auszeichnung findest. In ganz unverschleierten und klaren Worten und durch deine wahrlich jetamelesken Fotos deine Lieblingsgalerie.

    wow, Danke schön liebe Andrea. Kann man gar nicht richtig beschreiben was man empfindet, wenn man das über ein Bild von sich liesst. Ich freue mich riesig!!! 🙂 🙂 🙂 Ich freue mich vor Allem, dass Bilder es anscheinend schaffen ein Gefühl zu transportieren welches ich auch empfinde und man so ohne Worte teilen kann. Unglaublich auch, dass dieses Foto bei dir hängengeblieben ist und du es nicht nur beim Sehen schön fandest. DANKE!

    Danke auch für den Hinweis zu mynycphotography, den ich nun auch am folgen dran bin. 🙂

    Wünsche dir weiterhin viel Spaß, Erfolg und Leidenschaft beim fotografieren. Auf noch viele, viele schöne Fotos von dir.

    Liebe Grüße in den Norden, Markus

    Gefällt mir

    1. 🙂 🙂 🙂 würde ich vor Freude meine Hände kneten, ich würde es jetzt tun!!!!
      Toller Kommentar! Danke! Das klingt schön, wie du meine Worte beschreibst.
      Ach, ich habs so gern gemacht, dein Foto einzustellen, auch weil ich weiß, dass es dich so freut! Es stimmt genau so, wie ich es geschrieben hab, irgendwie hat es mich angerührt. Wie auch immer. Und ja, offenbar funktioniert diese Art der Kommunikation oder des Transports von Stimmungen oder einem Gefühl auch ohne Worte. Schon beeindruckend sowas. 🙂
      Viele liebe Grüße!!

      Gefällt mir

  4. ..linke Hand… …Finger zusammenfahren… …langsam über den nicht vorhandenen Handschmeichler streichen… …weitermachen.. ..nun ein wenig schneller… ..rechte Hand… …Finger zusammenfahren… …langsam über den nicht vorhandenen Handschmeichler streichen… …weitermachen.. ..nun ein wenig schneller… …Mundwinkel hochfahren… …lächeln… …sich vielleicht in einen Türrahmen stellen… ..rahmt die Situation so schön ein… ..so einfach geht kneten! Ach ja, natürlich tierisch freuen dabei!!!

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s