Me, myself & I

Als ich vor ein paar Jahren den Tipp bekam,

mich doch mal mit Selbstportraits zu beschäftigen,

wurde ich zunächst sehr nachdenklich.

Wollte ich das? War das nicht komisch?

War es mein dringender Wunsch, mich selbst auf Bildern zu sehen?

Trotzdem begann ich, gegen einige innerere Widerstände,

mich hin und wieder selbst zu fotografieren.

Ich war neugierig.

Meine Erfahrungen waren ganz unterschiedlicher Natur:

ich sah mich mal unsicher, mal entsetzt, mal ganz zufrieden, mal amüsiert.

Ich lernte mich in verschiedenen Phasen und Stimmungen kennen.

Ich sah Veränderung, Älterwerden, die Zeit, das Leben.

Es war/ist eine Form der Annäherung.

*

Eine Zeit lang fotografierte ich mich vor allem

in den Spiegelungen von Fensterscheiben.

Auch direkte Spiegelbilder reizten mich,

vielleicht, weil ich mir dort tatsächlich vertrauter vorkam.

Aber irgendwann beschloss ich,

die Scheibe zwischen mir und meiner Kamera weg zu lassen.

Und mit der Zeit spürte ich, dass etwas von mir dort seinen Ausdruck sucht.

*

Mittlerweile kann ich sagen, es macht mir zunehmend Spaß.

Diese Arbeit versöhnt mich mit mir, der Realität

und all meinen Illusionen über mich.

Und irgendwie trägt sie ihren Teil dazu bei,

dass wir, Ich & Ich, inzwischen ganz gut befreundet sind.

Et voilà, ein Auszug aus meinen aktuellsten Arbeiten …

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Wie steht Ihr zum Fotografiertwerden?

Habt Ihr Euch schon selbst fotografiert?

und wenn ja, wie war das für euch?

***

38 Kommentare zu „Me, myself & I

  1. irgendwie ist es verdammt ruhig geworden auf deinem Blog ! Ich dachte du hast vielleicht aufgehört !
    jetzt sehe ich aber dass hier was schief gelaufen ist. Habe dich nicht mehr im Reader und somit keine neuen Beiträge mehr bekommen ! Das musste ich sofort ändern. !°

    Was jetzt diesen Beitrag betrifft muss ich sagen dass ich selbst sehr ungern fotografiert werden möchte ! Warum eigentlich ?
    Ich selber fotografiere auch sehr ungern Menschen ! Wahrscheinlich auch die Angst hier etwas falsch zu machen oder nicht den Geschmack des Fotografierten zu treffen . Ist halt so !!!

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    1. Halle Manni, ja, das stimmt aber, es ist wirklich verdammt ruhig geworden auf meinem Blog. Irgendwie bin ich derzeit mit so vielen anderen Dingen beschäftigt, auch ganz viel mit Fotografie, aber das Bloggen ist ein wenig in den Hintergrund gerutscht.
      Lustig, dass du aber meinen Beitrag gefunden hast. Gut so! ;)
      Na, viele Menschen lassen sich ja nicht soo gern fotografieren. Dabei ist das eine spannende Angelegenheit, ich meine damit nicht nur das ‚geknipst werden‘, sondern die Auseinandersetzung mit dem Fotografiertwerden. Da passiert doch was mit einem. Und wenn man sich Zeit nimmt, entsteht ganz viel.
      Aber irgendwie ist das für manche eine große Herausforderung. Ich höre das oft auch vor meiner Kamera, vor allem bei Frauen ;)
      Spannend.
      Eigentlich kann ja wirklich gar nicht viel passieren!!
      LG, Andrea

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      1. Ja vermisst habe ich die Beiträge schon aber ich dachte du hast aufgehört ! Einige meiner Follower haben den Entschluss gefasst aufzuhören oder machen nur noch reduziert weiter !
        Vielleicht greife ich das mit den Menschen doch mal auf ! LG Manni

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      2. Naja. Ganz aufgehört habe ich nicht, der Blog liegt mir ja am Herzen, so richtig lassen kann ich ihn noch nicht. Aber er rutscht weiter in den Hintergrund.
        Aber so geht es in dieser Bloggerwelt wohl zu. Ein Kommen und Gehen 😉

        Und ja, mach das, was hält dich ab? Das sind zunächst immer gute Fragen, die man sich stellen kann. Wovor hat man Manschetten? Was kann passieren?
        Man bespricht sich ja mit dem Mensch vor der Kamera. Was will man, was will der/die andere? Und man kann ja transparent damit umgehen, dass man gern üben und ausprobieren würde.
        Ich bin gespannt! 😉
        LG, Andrea

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      3. Na, ich bemühe mich :D
        Ich fände es ja auch schade, wenn der Blog verloren geht, aber naja .. wir werden sehen.
        Danke jedenfalls für deine freundliche Ermahnung ;)
        LG, Andrea

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  2. das ist ein unglaubliches tolles langzeitprojekt und eine großartige idee, die ich von der seite noch gar nicht so betrachtet hab. ich bin begeistert von der idee und beeindruckt von deinen ergebnissen!

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    1. Danke, Paleica!! Ja, das ist wirklich ein Langzeizprojekt. Eigentlich wären die alten, ersten Ergebnisse auch interessant im Vergleich. Aber die habe ich zT zwischendurch schonmal gepostet und irgendwie kommen Sie mir schon wie Geschichte vor 😉
      Sollte ich das mal als Ausstellungsthema nehmen, sind sie alle dabei 😄
      Und ja, diese Perspektive ist wirklich spannend. Man kann sich ja auch auch von einer anderen Person über einen längeren Zeitraum fotografieren lassen. Ist auch interessant.
      Es passiert auf jeden Fall etwas und da ich so viele Frauen erlebe, die Schwierigkeiten haben, sich fotografieren zu lassen, geschweige denn sich selbst zu fotografieren, kann ich nur sagen: tut es!!!

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  3. Du bist eine beeindruckende und sehr aparte Frau. Mal ein Riesen-Wow! für diese Bilder und danke fürs Schauenlassen.
    Mich nervte 2008 mein ewiger Bassettblick. Schalk und Fotografen waren mir verlustig gegangen. Immer Beerdigungsblick. Da begann ich Lächelbilder mit dem Handy zu machen. Anfangs noch auf Pose bedacht, noch auf Lächeln getrimmt, entspannte ich mich Bild für Bild bis das Lächeln den jahrelangen Weg zurück in meine Augen fand. Das war richtig Arbeit. Das Projekt hat sich für mich jedoch mehr als gelohnt.
    Liebe Grüße, endlich wieder mit Schalk,
    Amélie

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    1. Hallo Amélie!!
      Vielen Dank für deine Worte. Und das Kompliment 😌
      Es scheint als habest du also auch Erfahrung mit Selbstportraits.
      Es dauert, man braucht Geduld und Mut, aber es zahlt sich irgendwie aus, oder? Spannend.
      Man findet wieder, was man verloren hat. Wann und wo und warum auch immer. Lernt sich (wieder) kennen.

      Danke für den kleinen Einblick in eine persönliche Erfahrung.
      Ich freu mich darüber.
      Liebe Grüße, Andrea

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    1. Vielen Dank, Werner!! Das freut mich.
      Ja, erzählen tun sie, glaube ich, viel. Eine interessante Reise.
      Ich habe gesehen, dank Kwerfeldein ist das Thema ja gerade brandaktuell und du hast auch eine kleine Serie mit Selbstportraits geschossen!!
      Spannend!
      Liebe Grüße, Andrea

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  4. Ganz tolle Aufnahmen, darüber habe ich auch nachgedacht, mich fotografieren zu lassen und ähnlich wie bei deinem ersten Bild oben machen zu lassen. Ganz nach meinem Geschmack. :-)

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    1. Vielen Dank!!!
      Ja, mach das unbedingt! Entweder selbst oder lass dich von jemandem
      fotografieren. Immer mal wieder.
      Und ja, es lassen sich daraus natürlich dann auch noch ganz andere Dinge basteln, die so Ausdruck suchen.
      Freut mich, wenn es anregt, ich kann das nur empfehlen!! 😉

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  5. Das erste was mir auffiel, auch beim Kalender, war die Intensität der einzelnen Bilder. Die Bilder haben für mich ein gewisses Gewicht oder Schwere, die aber nicht negativ gemeint ist. Eigentlich könntest du die Bilder auch als Einzelbeiträge veröffentlichen, weil jedes einzelne viel zu erzählen hat.
    Wir haben ja schon öfters drüber gesprochen, dass man erst lernen muß, sich sehen zu lernen. Eine Erfahrung, die ich auch durch deine Porträts über mich gemacht habe. Sich dann aber selbst zu fotografieren ist aber noch mal eine ganz andere Sache.
    Interessant wäre es zu wissen was du bei den Bildern selbst fühlst und wie du sie siehst. Sind die Bilder inszeniert, sprich wolltest du ein bestimmtes Gefühl einfangen oder sind es Momentaufnahmen, bei denen du selbst nicht wusstest, was überhaupt bei rumkommt.
    Liebe Grüße,
    Markus

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    1. Ja, das stimmt, es könnten alles Einzelbeiträge sein, weil sie alle eine eigene Geschichte erzählen.
      Vielleicht mache ich das irgendwann mal.
      Im Grunde habe ich mich am Anfang eigentlich ’nur‘ abgelichtet. Momentaufnahmen. Und die Suche nach einer Form gesucht, mit/in der ich mich selbst (gern) sehen konnte. Spiegelbilder, Bilder von hinten, Bilder, wo ich übers Sofa springe, spiegeln auch meinen Umgang mit meiner Selbstbegegnung. Lieber nur von hinten, lieber nur im Spiegel (die Form kenne ich ja), lieber gar nicht.
      Aber es entwickelte sich zu einem Spiel. Irgendwann kam der bewusste Ausdrucksversuch hinzu. Seitdem versuche ich in gewisser Weise, innere Zustände umzusetzen. Ist nicht immer einfach, echte Arbeit.
      Ich kann dir gern mal Detaillierteres zu jedem einzelnen Bild erzählen, falls dich das interessiert.
      Danke für deine Worte,
      Andrea

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  6. Andrea! Das ist großartig. Komposition und technische Umsetzung. Wow! Das haut mich gerade vom (ministeriumsverwaltungs-) Hocker! Die jeweiligen kleinen Bilderserie sind sehr unterschiedlich (mal ernst, mal ironisch, träumerisch, verspielt, digital, utopisch, oder vielleicht auch ein wenig dada), aber jeweils perfekt umgesetzt. Sie erzählen Geschichten, die zusammen eine höchst interessanten Kunstwerk (oder Person) ergeben.
    Das sieht aber nun nicht so aus, als hättest du mal eben damit begonnen und herumexperimentiert. Man spürt, dass du dich seit einiger Zeit und mit einer krassen bewundernswerten Entwicklung dabei mit Portraits beschäftigst und dabei einen coolen Stil entwickelt hast.
    Nun zu mir: Ich begegne mir eher selten und unauffällig in Spiegelbildern. Irgendwo irgendwie. Habe durchaus Ideen die Richtung deiner Sofabilder gehen. Könnte mir vorstellen, dass mir das Spaß machen würde.
    Auf jeden Fall sind deine Bilder eine Rieseninspiration hierfür!
    Sonnengrüße aus dem Ministerium
    LG Daniel

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    1. Danke Daniel!!
      Ich hoffe, der (Ministeriums-)Hocker steht wieder fest auf dem Boden :D. Ich habe mich sehr gefreut über das große Lob!! Vielen Dank!

      Und ja, Geschichten, das ist es, was ich über mich erzähle, glaube ich. Markus meinte, ob es nicht sinnvoll sei, zu jedem Bild etwas zu schreiben, ich hatte mich in diesem Beitrag ja auf die Sache an sich konzentriert. Das könnte ich machen. Ja. Steckt in jedem Bild eine eigene Geschichte drin.
      Irgendwann kommt das vielleicht ;)
      Ja, ich mache das schon ein paar Jahre, aber erst seit einer Weile entwickelt es sich deutlich nach vorn, in dem sich die Ideen in Richtung Ausdruck verändern. Die Geschichten werden klarer, während der Beginn meiner Experimente eher so eine Art Kennenlernen war.
      Ich so: ‚Hallo, (schüttel die Hand), ich bin’s und wer bist du?‘
      Ich: ‚Äh und wie geht das jetzt, dass ich nicht sofort davon laufe??‘
      Ich: ‚Ah, so, ja, na gut, so sieht es ganz annehmbar aus.‘
      Ich: ‚Ach, das bin ich?‘
      Ich: ‚Interessant!‘
      Haha, so ungefähr. Inzwischen bin ich ein, zwei Level weiter ;) Es übt sich.

      Die Sofa-Idee hat mir viel Spaß gemacht und für gute Laune gesorgt, auch wenn sie ziemlich gut verdeutlicht, wie mir zumute war: bloss weg! ;)

      Also, hau rein, ich wäre sehr gespannt auf so eine StadtaugeschmeisstsichübersGeländer-Reihe!!! Es ist nie zu spät, sich mit sich selbst zu verabreden.

      Sonnigen Morgengruß aus HH, Andrea

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      1. Hier meldet sich der Ministeriumsbürohocker. Er steht wieder fest auf dem Boden…
        Lieben Dank für die humor- und kraftvolle Ermutigung! Fotografie ist wunderbar! So und jetzt schmeiß mich gleich übers Geländer 😉. Also myself, me and I bleiben noch ein wenig am Hocker kleben 😉. Oh me hat sich in der Ministeriumskaffeeküche nen Kaffee geholt. Dabei wollte I weniger trinken…
        Naja du siehst ich bin (fast) auf einem guten Weg.
        Nieselgrüße aus Berlin/Potsdam
        Daniel

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      2. ;) Ach, das kenne ich.
        Me sagt: loslegen, mach einfach! Myself sagt, ach nee, erstmal Kaffee trinken und I sagt: das wird eh nix.
        Me sagt: Oder doch?? 😄

        Hihi…
        das wird schon.
        Vielleicht nicht im Ministerium!! (Aber da kannste vielleicht hinterher ausstellen 😁 …)
        Trockene Grüße zurück … Andrea

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  7. hi andrea, auch wenn du es nicht magst das man dich fotografiert hast du doch sehr wundervolle selbstporträt hinbekommen. ich wüsste nicht welches ich als favorit nehmen sollte sie sind alle sehr großartig.
    bin schon sehr gespannt auf die nächsten bilder.
    viele grüße robert

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    1. Hi Robert! Vielen Dank für deine Worte! Na, inzwischen finde ich es gar nicht mehr schlimm und wie du siehst, macht es mir sogar zunehmend Spaß, mich selbst zu porträtieren ;) Es ist ein wachsender Prozess!!
      Da freut es natürlich umso mehr, wenn die Ergebnisse positiv ankommen.
      Und es wird ganz bestimmt nboch mehr Bilder geben, ich arbeite daran ;)
      Beste Grüße, Andrea

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  8. Wow, sehr interessant und gut umgesetzt, ich stelle mich verdammt tollpatschig an bei Selbstportrait. Ich fotografiere lieber andere, so wie ich sich var nicht gerne fotogrfiert werde, falls dann doch, dann muss ich immer die Verrückte spielen. Toll hast du das gemacht.

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    1. Vielen lieben Dank! Tut mir leid, dass ich deinen Kommentar jetzt erst gelesen habe, ich kam nicht in meinen Account, da mein Blog seit einer Weile leider eingeschlafen ist.
      Ich danke dir aber sehr. Ja, Selbstportraits sind eine spannende Sache. Ich habe ein paar Jahre dafür gebraucht, inzwischen ist das kein Problem mehr und ich bin tatsächlich momentan das Zentrum meiner Bilder. Meine Fotografie hat sich dadurch sehr verändert.
      Und dazu der Blick auf mich selbst. Man lernt sehr viel über sich selbst durch Selbstportraits.
      Meine aktuellen Bilder sind hier gar nicht zu sehen. Vielleicht sollte ich über einen neuen Blogbeitrag nachdenken 😉

      Gefällt 1 Person

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